Pädagogisches Konzept

  1. Leitbild der Schule:
    Grundschule Nierstein – Schule für alle – den ganzen Tag
  2. Organisation des Lernens
    2.1 Rolle der Lehrkräfte
    Die Lehrkräfte und Mitarbeitenden der Grundschule Nierstein fördern ein respektvolles und verlässliches Miteinander, indem sie die Kinder auf ihrem Entwicklungsweg begleiten, soziale Kompetenzen stärken und zum Perspektivenwechsel und Austausch anregen. Dies geschieht durch:
  • Förderung von Sicherheit und Orientierung durch respektvollen Umgang und individuelle Begleitung
  • Unterstützung und Bestärkung der Schülerinnen und Schüler durch eine Kultur des Zuhörens und Miteinander Sprechens
    Die Schule legt Wert auf Teamarbeit und die Ausbildung zukünftiger Lehrkräfte in Zusammenarbeit mit dem Studienseminar Mainz.
    Dies wird umgesetzt durch:
  • Teamstunden und Studientage zur Reflexion und Weiterentwicklung
  • regelmäßige Ausbildung von Lehramtsanwärtern und Lehramtsanwärterinnen an der Schule

2.2 Unterrichtsmodelle / Methoden
Wir arbeiten hauptsächlich mit offenen Unterrichtsformen, um den Kindern vielfältige Möglichkeiten zum Lernen zu bieten.
Dazu gehören:

  • 2.2.1 Wochenplanarbeit
    Die Wochenplanarbeit ermöglicht den Schülerinnen und Schülern ein selbstständiges Arbeiten nach individuellen Zielen und fördert gleichzeitig soziale Kompetenz und Eigenverantwortung.
  • individuelle Lernziele mit frei wählbaren Aufgaben, Reihenfolge und Sozialformen
  • Förderung von Selbstständigkeit und Eigensteuerung durch Selbstkontrolle
  • Lehrkraft kann gezielt Kinder mit Förderbedarf unterstützen
  • 2.2.2 Stationenarbeit
    Bei der Stationenarbeit erarbeiten die Kinder selbstständig Unterrichtsinhalte in ihrem eigenen Tempo, begleitet von individueller Unterstützung durch die Lehrkräfte.
  • arbeiten an Lernstationen mit differenzierten Aufgaben und Berücksichtigung persönlicher Interessen
  • störungsfreies Lernen durch Arbeit an unterschiedlichen Plätzen
  • Reflexion fördert zukünftiges Lernen und regt Gespräche an
  • 2.2.3 Elemente des Churer Modells
    Das Churer Modell kombiniert individuelle Lernangebote mit kooperativen Lernformen und fördert die Eigensteuerung der Kinder durch individuelle Arbeitsweisen und Feedback-Gespräche
  • kompakte Inputs im Sitzkreis und freie Wahl von Arbeitsplätzen und Lernpartnern
  • keine feste Sitzordnung während der Arbeitsphasen
  • regelmäßige Feedback-Gespräche unterstützen Eigensteuerung und Kooperation

2.2.4 Programm zur Lernförderung in heterogenen Lerngruppen
Im Rahmen der pädagogischen Schulentwicklung nimmt unser Kollegium seit dem Schuljahr 2024/25 am Programm zur Lernförderung in heterogenen Klassen des EFWI teil. Im Vordergrund steht die Vernetzung des eigenverantwortlichen Lernens aller Kinder und die Förderung der hierfür nötigen Kompetenzen (Methoden, Kommunikation, Präsentation, Teamfähigkeit).

2.3 Digitale Bildung und inklusiver Unterricht
Digitale Bildung verbindet Medienkompetenz mit Inklusion („Diklusion“) und ermöglicht individualisierten Unterricht, der die Vielfalt der Schülerschaft berücksichtigt. Digitale Medien fördern Kooperation, Teilhabe, Kommunikation und das Üben von Lernstrategien und dienen der Differenzierung und Veranschaulichung von Lerninhalten.
Dazu gehören:

  • Lernen mit Medien (Medienkompetenz)
  • Lernen über Medien (Medienerziehung)
  • Der Einsatz von Lern-Apps

2.4 Förderplankonferenzen
Die Förderplankonferenzen in der Grundschule Nierstein sind ein kooperativer Prozess zur kompetenzorientierten Förderung, bei dem individuelle Stärken genutzt werden, um gezielte Fördermaßnahmen und Ziele für die betreffenden Kinder festzulegen.

  • Bedarf an Förderung entsteht durch Herausforderungen wie LRS, Dyskalkulie, sonderpädagogischer Förderbedarf oder DaZ
  • Beteiligte (Eltern, Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler sowie Fachkräfte) planen gemeinsame Förderziele und Maßnahmen auf Basis individueller Stärken
  • Förderpläne werden zweimal jährlich evaluiert, angepasst und weiterentwickelt.

2.5 Soziales Lernen

Soziales Lernen an unserer Schule fördert in einer wertschätzenden Umgebung soziale Kompetenzen, Konfliktlösung und demokratisches Miteinander durch vielfältige methodische Ansätze.

  • Konfliktlösungen werden mit dem Bensberger Mediationsmodell geübt, das eigenverantwortlichen und konstruktiven Umgang mit Streit fördert.
  • Maßnahmen wie „Motto des Monats“, „Herzenskreis“ und „Warme Dusche“ stärken Empathie, Rücksichtnahme und Selbstwertgefühl.
  • Kooperative Spiele, Klassenrat und Schülerparlament fördern Teamfähigkeit, Gemeinschaftssinn und demokratische Strukturen.

2.6 Demokratiebildung

Ist die Grundlage unseres gesellschaftlichen Zusammenlebens.
Wichtig sind erste demokratische Handlungskompetenzen – schon in der Grundschule.
Die Umsetzung erfolgt durch:

  • die Wahlen von Klassensprechern
  • den regelmäßigen Austausch von Schülerparlamenten
  • das Schulsprecher Team

2.7 Bewegtes Lernen

Hat einen hohen Stellenwert an der GS Nierstein und wird durch Bewegung, Spiel und Sport umgesetzt:

  • im Sportunterricht: Spiele erleben, Kräfte messen, Techniken aus verschiedenen Bereichen: Springen/Laufen/Werfen, Schwimmen, Gymnastik/Tanz, kleine und große Spiele, Bewegen an Geräten
  • ein sportliches Programm am Nachmittag im Ganztag
  • Teilnahme an Kreismeisterschaften und Wettbewerben
  • Integration in den Unterricht, verschiedene Sitzpositionen, Bewegungsspiele fördern Motivation und Kreativität
  1. Zusammenarbeit

3.1 Zusammenarbeit zwischen Schule und Elternhaus

Eine optimale Förderung aller Schüler und Schülerinnen kann nur durch den konstruktiven Austausch mit den Eltern erfolgen. So wird auch gleichzeitig der Grundstein einer erfolgreichen schulischen Laufbahn gelegt.
Die Umsetzung erfolgt durch:

  • regelmäßige Kommunikation mit der Klassenlehrkraft und den Fachlehrkräften, Vertrauen und Respekt untereinander sind Voraussetzung
  • Forder- und Förderplankonferenzen mit erarbeiteten Zielen mit den Förderlehrkräften
  • festgelegte Lehrer-Eltern-Schülergespräche
  • eine aktive Mitarbeit beim Schulelternbeirat, Förderverein und bei Festen und Aktivitäten

3.2 Zusammenarbeit innerhalb des Kollegiums

Kooperation und Kommunikation zwischen allen am Schulleben beteiligten Personen stellen essentielle Voraussetzungen dar, um ein kollegiales Miteinander zu fördern:

  • Kollegen unterstützen sich bei Fragen der Pädagogik und der didaktischen Umsetzung von Inhalten
  • Stufenteams tauschen sich über Zielsetzungen eines kompetenzorientierten Unterrichts aus, sind auch zuständig für Leistungsbewertungen
  • Austausch auch mit Ganztagskräften, Förderlehrkräften, Schulsozialarbeit und
    Jule

3.3 Zusammenarbeit mit Schulsozialarbeit und JULE

Ziel ist es, die Kinder in ihrer individuellen, sozialen und schulischen Entwicklung zu unterstützen und Bildungsbenachteiligungen abzubauen. Die Beratung der Erziehungsberichtigungen und der Lehrkräfte bei der Erziehung steht im Fokus.
Die Umsetzung erfolgt durch:

  • Kleingruppenarbeit
  • Projekten innerhalb der Klassen
  • Jule unterstützt im Lebensumfeld und steht auch bei häuslichen und persönlichen Anliegen zur Seite

3.4 Zusammenarbeit mit Integrationsfachkräften

Integrationskräfte unterstützen Kinder, für die der schulische Alltag herausfordernd ist. Sie geben Halt und Struktur.

3.5 Zusammenarbeit mit Kindertagesstätten

Der Übergang der Kita zur Grundschule erfolgt durch:

  • Lehrkräfte hospitieren in den Vorschulgruppen
  • Schulneulinge besuchen die Grundschule (Vorlesetag, KiTa-Sportfest) und kommen zu einer Schnupperstunde
  • Erzieher/ Erzieherinnen hospitieren abschließend in den ersten Schulklassen

3.6 Zusammenarbeit mit weiterführenden Schulen

Unsere Schüler und Schülerinnen werden über die Tage der offenen Tür und über die Anmeldetermine der weiterführenden Schulen informiert.
Mit einigen Schulen erfolgt ein Austausch.

3.7 Zusammenarbeit mit externen Partnern

  • Lyfes
  • TV Nierstein
  • Ev./Kath. Kirche
  • Mein Sport
  • und vielen weiteren